Zurück in die Zukunft – Inklusion als Menschenrecht

Inklusion als MenschenrechtHier ein 30min-Audiobeitrag mit dem Titel „Zurück in die Zukunft – Inklusion als Menschenrecht“. Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag, den meine Kollegin Susanne Romeiß und ich auf einer Fachveranstaltung eines freien Trägers der Jugendhilfe gehalten haben.

Veranstaltungsbericht: Inklusion – Eine Zwischenbilanz im europäischen Vergleich.

IMG_0098IMG_0100

Am 04.Mai 2015 fand in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund  in Berlin die Veranstaltung “Inklusion – eine Zwischenbilanz im europäischen Vergleich.” statt. Dabei ging es zum Einen um das Ziehen einer Zwischenbilanz der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und von Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Zum Anderen stand die Vorstellung von Praxisbeispielen aus Schweden, Österreich und der Schweiz im Zentrum der Veranstaltung.

Im Folgenden gebe ich eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung aus meiner Perspektive mit den für mich wichtigen inhaltlichen Punkten. Ich beanspruche also keine Vollständigkeit bei Widergabe der Inhalte. Andere Personen haben sicherlich andere inhaltliche Punkte mitgenommen.

Den ersten Vortrag des Abends hielt Guntram Schneider (Minister für Arbeit, Integration und Soziales von Nordrhein-Westfalen). Das Thema war “NRW – auf dem Weg zur Inklusion”.

IMG_0101

Guntram Schneider verwies darauf, dass Nordrhein-Westfalen (NRW) im Vergleich zu anderen Bundesländern Einiges in Bezug auf Inklusion vorweisen kann. Als Beispiele dafür nannte er Inklusionsbeirat in NRW, den Aktionsplan für NRW, die Internetplattform NRW informierBar, die Handreichung “Inklusive Gemeinwesen Planen” – ein Hilfsmittel für Kommunen, sowie das NRW Inklusionskataster. Ebenso erwähnte er die Maßnahmen zum selbstständigen Wohnen, die schon sehr weit fortgeschritten sind und als Ziele ein Inklusionsstärkungsgesetz, welches konkrete Verbesserungen bringen soll und er hob die Teilhabe an der Erwerbsarbeit als wichtigen Schritt in der Zukunft hervor. Guntram Schneider formulierte sehr deutlich, dass Menschen mit Behinderungen von Objekten zu Subjekten werden müssen. Für die Bundesebene ist die Diskussion über das Bundesteilhabegesetz vorgesehen, das z.B. die Eingliederungshilfe reformieren soll. Für Guntram Schneider können Menschen mit Behinderungen einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in Deutschland leisten. Mir stellte sich an dieser Stelle die Frage, inwieweit Inklusion aus Menschenrechtsgründen oder aus rein ökonomischen Gründen umgesetzt wird. Also was ist die Motivation der (Landes-)Regierung zur Umsetzung von Inklusion?

Der zweite Vortrag mit dem Titel “Die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland – Chancen, Herausforderungen und Perspektiven” wurde von Joachim Busch (Mitglied im Bundesvorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe) und Ulla Schmidt (Mitglied des Bundestags, Vizepräsidentin des Bundestags und Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe) gehalten.

IMG_0102IMG_0103

Joachim Busch machte deutlich, dass die große Chance der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen darin liegt, dass sie eine Selbstverpflichtung der unterzeichnenden Staaten ist und somit keinem äußeren Zwang entspringt. Wichtig bei der UN-Konvention ist der Perspektivwechsel, der den Fokus der Betrachtung auf die Gesellschaft richtet, weg vom einzelnen Menschen. Auch wenn NRW schon viele Schritte gegangen ist, darf es dennoch kein Ausruhen auf dem heutigen Stand geben und Sparen darf nicht zum Grund für die Umsetzung der Konvention und von Inklusion werden. Ulla Schmidt betonte, dass das Wahlrecht in Deutschland für alle volljährigen Menschen notwendig ist und Menschen mit Behinderungen davon nicht ausgeschlossen werden dürfen. Sie sieht die Gefahr einer 2-Klassen-Inklusion, bei der Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen aus der Betrachtung rausfallen. Ein Ziel von Inklusion soll es sein, dass das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen verwirklicht ist. Ebenso machte Ulla Schmidt deutlich, dass der Abbau von Barrieren aller Art unsere Gesellschaft weiter nach vorne bringt.

Im Anschluss folgte eine kurze Diskussion. Ein Aspekt war, dass der Bereich Freizeit ein gutes Feld für Einstellungs- und Haltungsänderungen in der Gesellschaft ist und der Freizeitbereich positive Auswirkungen auch auf andere Bereiche wie bspw. Arbeit hat und somit in der Inklusionsdebatte auch angemessen Beachtung finden muss.

Danach folgten drei europäische Praxisbeispiele.

IMG_0104

Franz Wolfmayr (Chance B, Österreich) präsentierte die Umsetzung von Inklusion in der Oststeiermark unter dem Titel “Inklusion und Regionalentwicklung – soziale Dienstleistungen machen eine Region lebenswerter.” Franz Wolfmayr betonte die Wichtigkeit regionaler Netze für die Umsetzung der Inklusion und forderte, dass sich die Behindertenorganisationen fundamental ändern müssen – sie müssen dort aktiv sein, wo die Bedarfe sind. Als Beispiel für eine inklusive Regionalentwicklung stellte er die “Chance B – Gruppe” vor. Franz Wolfmayr ist auch in der European Association of Service Providers for Persons with Disabilities (EASPD) aktiv.

IMG_0105

Danach referierte Mark Zumbühl (Pro Infirmis, Schweiz) zum Thema “Der andere Blick auf Behinderung – Inklusion in Bildern.” Dabei zeigte er Bilder aus der Vergangenheit von Pro Infirmis und verdeutlichte damit die Bilder von/auf Menschen mit Behinderungen zu verschiedenen Zeiten. Des Weiteren zeigte Mark Zumbühl zwei Videos (Video 1, Video 2) von aktuelleren Kampagnen.

IMG_0106

Der letzte Vortag der Veranstaltung kam von Jahja Zeqiraj und Christina Eide (Schweden) zum Thema “Göteborg – Eine Stadt auf dem Weg zur Barrierefreiheit”. Dabei erläuterten sie die diversen Schritte, die die Stadt Göteborg zur Barrierefreiheit  auf verschiedenen Ebenen unternommen hat.

IMG_0107

Zum Abschluss gab es einen kabarettistischen Auftritt von Martin Fromme. Das kurze Programm war ein interessanter Mix aus Liveperformance und Videovorführung. Hier ein Film, den er während seines Auftritts zeigte.

Die Veranstaltung ermöglichte einen guten Einblick in die politische Ebene der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und zur Umsetzung von Inklusion.

Seite 1Seite 2

Radiobeitrag zu Critical Whiteness

Im Deutschlandfunk gab es im Rahmen des Programms “Essay und Diskurs” einen Beitrag mit dem Titel “Critical Whiteness – Weißsein als Privileg”

Der Ansatz “Critical Whiteness” setzt sich mit rassistischen Strukturen und rassistischen Positionen auseinander und beleuchtet vor allem die Weiße Perspektive und die Weißen Privilegien. Es geht um eine Sichtbarmachung von “Weißsein” und die Reflexion der Bedeutung von “Weißsein” in einer rassistischen und Weiß Strukturierten Gesellschaft.

Der Radiobeitrag gibt eine kurze Übersicht über den Ansatz, welcher aus meiner Sicht hilfreiche Anregungen zur Auseinandersetzung mit Rassismus bietet.

Hier der Link zum Beitrag und hier der direkte Audiolink.