Aktueller Artikel zum Thema Inklusion

Gestern erschien ein interessanter Artikel zum Thema “Inklusion” auf tagesschau.de.

(Hier der Link zum Text)

Der Text “Der lange Weg zur Inklusion” beschreibt in groben Zügen den aktuellen Stand zur Umsetzung von Inklusion und stellt die aktuelle Debatte zu dem Thema dar. Der Fokus liegt dabei auf dem Themenfeld Schule. Bei dem Inklusionsbegriff wird sich leider ausschließlich auf die Kategorie “Menschen mit Behinderungen” bezogen. Als ein Grund für die langsame Entwicklung nennt der Artikel die föderale Struktur. Die Umsetzung von Inklusion laufe in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. Ein einheitliches Konzept fehle. Des Weiteren müsse sich der Bund ebenfalls engagieren und einbringen, auch finanziell. Interessant finde ich den Satz “Die Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer sei heute nicht dafür ausgebildet, heterogene Gruppen zu unterrichten.” Interessant ist er, weil er von einer realitätsfernen Homogenitätsvorstellung ausgeht. Denn in einer Klasse sitzen immer viele verschiedene Menschen, mit vielen verschiedenen Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Interessen, Geschichten, Lebensläufen, Hintergründen, Lernausgangslagen etc. Eine Klasse ist nie homogen. Und sie wird somit auch nicht erst heterogen, wenn Menschen mit Behinderungen dazu kommen. Natürlich müssen Lehrer_innen dafür ausgebildet werden, auch mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten. Aber eben nur AUCH. Für einen erweiterten Inklusionsbegriff, der alle Dimensionen von Vielfalt in den Blick nimmt, ist es wichtig, dass Fachkräfte mit der normalen Vielfalt in einer Klasse oder Gruppe umgehen können, dass sie jeden einzelnen Menschen und seine Entwicklung im Blick haben, jeden einzelnen individuell betrachten und die Lernprozesse begleiten, unterstützen und fördern. Das ist eine schwere Aufgabe, eine große Herausforderung. Aber darum geht es bei Inklusion und inklusivem Unterricht. Nicht nur die Anzahl von Schüler_innen mit Behinderungen in einer Schule oder Klasse gibt Auskunft darüber, ob Inklusion erfolgreich ist oder nicht. Die Frage der Qualität wird dabei nämlich nicht betrachtet. Ist der Unterricht inklusiv? Sind die angewandten Methoden inklusiv? Wie ist die Atmosphäre in der Schule? Etc.

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