Buchtipp: Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz

Aus meiner Sicht bietet der Anti-Bias-Ansatz gute Grundlagen für die Umsetzung von Inklusion.

Im November 2015 erschien das Buch „Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz“, herausgegeben vom anti-bias-netz.

IMG_3502

In dem Buch sind 9 Texte versammelt, die sich mit unterschiedlichen Facetten der Anti-Bias-Arbeit auseinander setzen. Nach dem Vorwort und der Einleitung geht es um:

1. Denkanstöße für die Soziale Arbeit

2. Anti-Bias – Ein Ansatz Menschenrechtsbildung in Grundschule umzusetzen

3. Ani-Bias kann vorurteilsbewusste Veränderungsprozesse in Schule unterstützen – Erfahrungen aus der Praxis

4. Mit Eltern gemeinsame Sache machen – Vorurteilsbewusste Zusammenarbeit von Schule und Eltern

5. „Warum hängt die Weltkarte falsch herum?“ – „Weil ich was seh‘, was du nicht siehst!“ Anti-Bias ermöglicht neue Perspektiven

6. (Un)Möglichkeiten des Anti-Bias-Ansatzes im Kontext von (internationalen) Freiwilligendiensten

7. Zwischen Colorline und Handlungsmöglichkeiten – für Kinder, Eltern und Pädagog_innen

8. Empowerment und Anti-Bias – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

9. Wie ein Kieselstein im Wasser: Von Empowerment und Sensibilisierung zur gesellschaftlichen Transformation.

Anschließend folgen ein Glossar, ein Literaturverzeichnis, eine Liste mit empfohlenen Methodenhandbüchern, eine Webliografie und Informationen zu den Autorinnen.

In der Einleitung wird der Begriff „Anti-Bias“ und seine Geschichte erläutert. Ebenso werden die 4 Grundannahmen des Ansatzes dargestellt. Anschließend wird ein Diskriminierungsmodell vorgestellt, auf welches sich bezogen wird.

Durch diese kurze Einführung in den Anti-Bias-Ansatz ist es auch kein Problem die folgenden Texte zu verstehen, zumal sie weitere Grundlageninformationen vermitteln und diese an vielen Stellen mit Praxisbeispielen verknüpfen. Das gesamte Buch lebt von den Erfahrungen aus der Praxis. Sei es aus der Arbeit in Schulen, mit Kindern, mit Eltern, sei es aus dem Fortbildungsbereich mit pädagogischen Fachkräften. Die Vielfalt an Umsetzungsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkten des Ansatzes im pädagogischen Alltag und auch darüber hinaus werden sehr deutlich. Darüber hinaus werden einige Methoden des Anti-Bias-Ansatzes erläutert und reflektiert.

Fazit:

Ich finde das Buch durch seinen starken Praxisbezug sehr empfehlenswert. Ich habe viele Anregungen und Ideen erhalten, es gibt viele Tipps für weiterführende Literatur und Links zu weiteren Materialien.

Buchinfos:

anti-bias-netz (Hg.)

Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz

Lambertus Verlag

Freiburg im Breisgau

ISBN: 978-3-7841-2608-1

Weitere Empfehlungen

Wer sich darüber hinaus mit dem Anti-Bias-Ansatz auseinandersetzen möchte, kann ich die beiden folgenden Bücher empfehlen, die stärker aus einer Forschungs- und Wissenschaftsperspektive auf das Thema blicken.

1. Oliver Trisch (2013): Der Anti-Bias-Ansatz. Beiträge zur theoretischen Fundierung und Professionalisierung der Praxis. ibidem. Stuttgart

IMG_3504

2. Katja Gramelt (2010): Der Anti-Bias-Ansatz. Zu Konzept und Praxis einer Pädagogik für den Umgang mit (kultureller) Vielfalt. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden

IMG_3503

Vor einiger Zeit habe ich mich in einem Audiobeitrag damit beschäftigt, inwiefern der Anti-Bias-Ansatz eine gute Grundlage für eine inklusive Haltung bietet. Hier geht es zu dem Beitrag.

Im vergangenen Jahr habe ich an einer Multiplikator_innen-Fortbildung zum Anti-Bias-Ansatz in Weimar teilgenommen. Die Fortbildung besteht aus drei Modulen und es wird sich u.a. in Übungen und Diskussionen sehr intensiv und facettenreich mit dem Anti-Bias-Ansatz auseinandergesetzt. Auch diese Fortbildung kann ich persönlich sehr empfehlen. Parallel zum letzten Modul habe ich auch das oben genannte Buch gelesen, was die gesamte Erfahrung nochmal bereichert hat. Die Fortbildung haben Annette Kübler, Žaklina Mamutovič und Paticia Göthe geleitet, die auch als Autorinnen in dem Buch vertreten sind.                                                           Hier geht es zur Ausschreibung für den Kurs im Herbst 2016.

Schreibe einen Kommentar