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Buchtipp: Dominanzkultur Reloaded

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Versteht man Inklusion als Verhinderung von Diskriminierung, so kommt man nicht drum herum die Strukturen der Gesellschaft zu betrachten. Ein Begriff, der zur Beschreibung von gesellschaftlichen Strukturen in den 1990er Jahren eingeführt wurde, ist der von Birgit Rommelspacher geprägte Begriff der „Dominanzkultur“.

Im Jahr 2015 erschien ein Sammelband, der ursprünglich als Festschrift zum 70. Geburtstag von Birgit Rommelspacher gedacht war. Birgit Rommelspacher verstarb im April 2015 und so wurde aus dem Buch eine Gedenkschrift. Dieses Buch trägt den Titel: „Dominanzkultur reloaded. Neue Texte zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ihren Wechselwirkungen“.

Im Folgenden nenne ich einige Aspekte aus dem Buch, die ich im Kontext von Inklusion in der Kinder und Jugendhilfe besonders spannend finde.

Das Buch

Zu Beginn möchte ich kurz erläutern, worum es sich bei der sogenannten Dominanzkultur handelt und was darunter zu verstehen ist. Dominanzkultur bedeutet, „daß unsere ganze Lebensweise, unsere Selbstinterpretation, sowie die Bilder, die wir vom Anderen entwerfen, in Kategorien der Über- und Unterordnung gefaßt sind. Wobei Kultur hier in einem umfassenden Sinn verstanden wird, und zwar als das Ensemble gesellschaftlicher Praxen und gemeinsam geteilter Bedeutungen, in denen die aktuelle Verfaßtheit der Gesellschaft, insbesondere ihre ökonomischen und politischen Strukturen, und ihre Geschichte zum Ausdruck kommen. Sie bestimmt das Verhalten, die Einstellungen und Gefühle aller, die in einer Gesellschaft leben, und vermittelt zwischen den gesellschaftlichen und individuellen Strukturen. Diese Kultur ist in westlichen Gesellschaften vor allem durch die verschiedenen Traditionen von Herrschaft geprägt, die zugleich auch sehr unterschiedlichen Dimensionen umfassen. […] Dominanzkultur [ist] als ein Geflecht verschiedener Machtdimensionen zu begreifen, die in Wechselwirkung zueinander stehen.“ (Rommelspacher, Birgit (1995): Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. Berlin, s. 22f. – zitiert nach Attia, Köbsell, Prasad 2015, S. 10)

In Ihrem Text setzt sich Silvia Staub-Bernasconi mit dem Werk von Birgit Rommelspacher auseinander. Demzufolge ging es Birgit Rommelspacher in ihrem Werk immer wieder um die Frage „Wie setzen sich Machtverhältnisse in Gefühle, Denken und handeln von Menschen um und wie reproduzieren diese wiederum die Machtverhältnisse?“ (S. 14)

Das Buch ist in 7 Abschnitte untergliedert, zu denen verschiedene Texte unterschiedlicher Autor_innen gehören: Dominanzkultur; Erinnerungskulturen; Menschenrechte intersektional; Asymetrische Globalität; Dominanz und Diskriminierung im Kontext Sozialer Arbeit; Schweigen, Sprechen und Schreiben.

Dominanzkultur

Swantje Köbsell setzt sich in ihrem Beitrag „Ableism. Neue Qualität oder >alter Wein< in neuen Schläuchen mit der Diskriminierungsform Ableism auseinander. Dabei bedeutet Ableism nicht nur Behindertenfeindlichkeit, sondern nach dem Verständnis der Disability Studies ist Ableism „ein Gesellschaften durchziehendes und strukturierendes Verhältnis [mit] hierarchische[r] Bewertung von Menschen anhand angenommener, zugeschriebener oder tatsächlicher Fähigkeiten“ (S. 21).

Beim Ableism geht es um die „Nicht-/Erfüllung von Normalitätsanforderungen im Hinblick auf bestimmte geistige und körperliche Fähigkeiten [und diese] Nicht-/Erfüllung entscheidet über die Bewertung und gesellschaftliche Position von Menschen“ (S. 25). „Unterschiede [werden] naturalisiert, Menschen in Gruppen homogenisiert, in der Zuordnung >>behindert-nichtbehindert<< polarisiert und der Erfüllung erwarteter Fähigkeiten entsprechend in eine hierarchische Ordnung gebracht“ (ebd.). Im Kontext von Ableism müssen die Verhältnisse in der Gesellschaft betrachtet werden, denn „Ableism durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche, wird in uns alle hineinsozialisiert, beeinflusst so die Einstellungen und Haltungen aller Mitglieder einer Gesellschaft und damit auch hre Handlungen, die, wenn sie unreflektiert und unhinterfragt bleiben […] zur Konstruktion von Behinderung und Normalität beitragen“ (S. 26). „Die Funktion von Ableism sei die Aufrechterhaltung der scheinbar natürlichen, naturalisierten Norm der Nichtbehinderung“ (S. 28).

Zülfukar Çetin ist mit dem Text „Der Schwulenkiez. Homonationalismus und Dominanzgesellschaft“ in dem Sammelband vertreten. Im Zentrum des Beitrags steht der Homonationalismus. Dieser „basiert […] auf der zunehmenden Akzeptanz von Schwulen und Lesben in westlichen Staaten als Ausdruck einer >Zivilisationsüberlegenheit< speziell gegenüber muslimischen Gesellschaften“ (S. 36). „Auf der Basis der Konstruktion eines >demokratischen, toleranten, zivilisierten Wir< wird wiederholt die Notwendigkeit des Schutzes der >unterdrückten, nicht emanzipierten und verschleierten muslimischen< Frau einerseits und des >muslimischen< Schwulen andererseits propagiert“ (S. 38).

Darüber hinaus sind die folgenden Texte in diesem Abschnitt enthalten:

Yasemin Shooman: Einblick gewähren in die Welt der Muslime. >Authentische Stimmen< und >Kronzeugenschaft< in antimuslimischen Diskursen

Rolf Cantzen: Germanen, Götter und Gelehrte. Zu völkischen Denkmustern und Deutungsschemata vom Deutschen Kaiserreich bis heute

Erinnerungskulturen

Iman Attia setzt sich in ihrem Beitrag „Geteilte Erinnerungen. Global- und beziehungsgeschichtliche Perspektiven auf Erinnerungspolitik“ mit verschiedenen Aspekten der Erinnerungspolitik auseinander. „Geschichtsunterricht in Europa ist seit seiner Einführung ein Mittel der Nationsbildung“ (S. 76). Die Darstellung der Geschichte „als fortschreitende Entwicklung wird auf eigene Erfolge und interne Bedingungen bezogen, während innere Widersprüche und Brüche, abweichende Sichtweisen und relationale Dimensionen ausgelassen werden“ (ebd.). „Der Eurozentrismus on der Geschichtsschreibung blendet die globale Verwobenheit von Geschichte(n) und transnationale Perspektiven aus“ (S. 77).

„Geschichte kann aber auch in einer Weise erzählt und erinnert werden, die sowohl den Konstruktionscharakter von Geschichte als auch die konflikthafte Hervorbringung von Nationen der Reflexion zugänglich macht. Geschichte – auch die einer Nation – wird dann als globale asymmetrische Beziehungsgeschichte [Herv. i.Orig.; Anm. d. Verf.] erzählt; relationale Dimensionen, marginalisierte und externalisierte Perspektiven, Brüche und Widersprüche in den Narrativen sind dann besonders interessant und bilden den Ausgangspunkt von Erinnerungskultur und Bildungsarbeit.“ (Ebd.)

„Gegenhegemoniale kulturelle Erinnerungen, die häufig negative Bezugspunkte für hegemoniale Erinnerungen darstellen, sind in der Lage, nationale Konstruktionen zu irritieren“ (S. 78).“Die Diversität kultureller Erinnerungen in der historisch-politischen Bildung anzuerkennen, erteilt großen Erzählungen eine Absage“ (S. 82).

Darüber hinaus sind die folgenden Texte in diesem Abschnitt enthalten:

Isidora Randjelović: Erinnerungsarbeit an den Porajmos im Widerstreit. Gegen Epistemologien der Ignoranz

Debora Antmann: Vom Vergessen und Erinnern: Ein Porträt der AG >>Frauen gegen Antisemitismus<<

Rudolf Leiprecht: Interdependenz von Inklusion und Exklusion – ein sozialwissenschaftlicher Selbstversuch. Zu einer deutsch-niederländisch-jüdischen Familiengeschichte im Kontext von Rassismus und Krieg

Menschenrechte intersektional

Judy Gummich beschäftigt sich in ihrem Text „Verflechtungen von Rassismus und Ableism. Anmerkungen zu einem vernachlässigten Diskurs“ mit der Schnittstelle zwischen Rassismus und Ableism und stellt fest, dass [a]uch wenn Kategorien konstruiert sind, haben sie doch reale Folgen“ (S. 144) und „[d]ie verschiedenen Machtdimensionen strukturieren die Gesellschaft und bestimmen das Zusammenleben“ (ebd.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass „diese Dimensionen nicht eindimensional [wirken], sondern in einem >>Dominanzgeflecht<<“ (ebd.).

Rassismus und Ableism haben, so Judy Gummich, viele Gemeinsamkeiten (vgl. S. 145). „Im Zusammenhang mit beiden Machtdimensionen wird von einer hegemonialen Position aus eine Normalität konstruiert, die Schwarze Menschen / People of Color beziehungsweise Menschen mit Behinderungen als anders definiert und stigmatisiert.“ (ebd.)

„Konzepte wie Intersektionalität, aber auch Mehrfachdiskriminierung und Dominanzkultur thematisieren die Komplexität von Diskriminierungserfahrungen und verdeutlichen, dass ein eindimensionaler Blick den verschiedenen Lebensrealitäten nicht gerecht wird“ (ebd.).

In dem Text „Vom medizinischen zum menschenrechtlichen Modell von Behinderung. Konzepte für Behindertenrecht und –politik“ von Theresia Degener geht es um verschiedene Modelle, wie Behinderung betrachtet wird. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Nach dem medizinischen Modell von Behinderung „gilt Behinderung […] als ein Problem, das behandelt, kuriert, therapiert oder rehabilitiert werden muss“ (S. 155). „Ein weiteres Wesensmerkmal des medizinischen Modells von Behinderung sind zwei menschenrechtsgefährdende Annahmen: (1) Behinderte Menschen brauchen vor allem Schonraum und Wohlfahrtspolitik und (2) eine gesundheitliche Beeinträchtigung kann die Menschenrechtsfähigkeit mindern. Die erste Vorgabe legitimiert segregierende Einrichtungen wie Förderschulen, Wohnheime der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Die zweite Annahme hat zur Entstehung von entmündigenden Psychiatriegesetzten und Vormundschafts- bzw. Betreuungsrecht geführt“ (S. 156).

„Während das soziale Modell die soziale Konstruktion von Behinderung verdeutlicht, gründet das menschenrechtliche Modell auf moralischen Prinzipien einer Behindertenpolitik, in deren Mittelpunkt die Menschenwürde steht“ (ebd.).

„Das Absolutheitspostulat der Menschenrechtstheorie besagt, dass Menschenrechte absolute Rechte in dem Sinne sind, dass sie uns Menschen mit der Geburt verliehen werden. […] Dieser besondere rechtlich-moralische Charakter der Menschenrechte macht sie zu bedingungslosen Rechten. […] Das Menschenrechtsmodell […] stellt die Annahme einer geminderten Menschenrechtsfähigkeit aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigung in Frage. Das soziale Modell bietet dies nicht.“ (S. 157) Im menschenrechtlichen Modell gilt das „Prinzip des Respekts vor behinderter Differenz als Teil menschlicher Vielfalt […]. Mit diesem Prinzip wird klargestellt, dass gesundheitliche Beeinträchtigung nicht als Defizit betrachtet werden darf, das die Würde des Menschen einschränkt. […] Es gilt, Behinderung mit allen ihren Aspekten als Bestandteil menschlicher Vielfalt und Lebenslagen zu verstehen.“ (S. 160)

Theresia Degener möchte das menschenrechtliche Modell als Ergänzung zum sozialen Modell verstanden wissen und nicht als Gegenspieler (vgl. S. 165).

Darüber hinaus sind die folgenden Texte in diesem Abschnitt enthalten:

Nivedita Prasad: Entweder Schwarz oder weiblich? Zum Umgang mit Intersektionalität in UN-Fachausschüssen

Asymmetrische Globalität

In diesem Abschnitt sind folgende Texte enthalten:

Donja Amirpur: >>Hier geht alles ziemlich langsam voran…<< Der Transnationale Soziale Raum als Ressource für Familien im Kontext von Migration und Behinderung

Encarnación Gutiérrez Rodríguez: >>Doppelte Bestimmung<< im Privathaushalt. Zum Zusammenkommen von Feminisierung und Kolonialität in der bezahlten Hausarbeit

Nira Yuval-Davis: The Caring Question. The Emotional and the Political

Dominanz und Diskriminierung im Kontext Sozialer Arbeit

Ruth Großmaß setzt sich in dem Text „Soziale Arbeit im Netz der Macht. Versuch einer sozialphilosophischen Einordnung“ mit der gesellschaftlichen Positionierung von Sozialer Arbeit auseinander.

„Soziale Arbeit findet immer in einem kulturellen, politischen und rechtlichen Kontext statt, durch den ihr Wirkungsbereich bestimmt ist, ebenso wie der konkrete Hilfeauftrag und die Ressourcen, die zum Einsatz kommen können“ (S. 215).

„Die Beantwortung der Frage nach dem Verhältnis der Sozialen Arbeit zur Macht ist jedoch nicht nur aufgrund ihrer Komplexität eine schwierige, sie scheint zudem für die in der Sozialen Arbeit Tätigen alles andere als unproblematisch zu sein. […] [I]n der Praxisreflexion […] positionieren sich die meisten Praktiker_innen in einem Bereich potenzieller Ohnmächtigkeit, in dem sie von Mittelkürzungen, neoliberaler Politik und geringer gesellschaftlicher Wertschätzung betroffen sind […].“ (S. 216)

„Wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen – zu denen auch die Armenfürsorge und erste Bildungsangebote für die unteren Schichten gehörten – dienten in diesem gesellschaftlichen Umfeld [Industrialisierung, Anm. d. Verf.] der Befriedung sowie der Eindämmung republikanischer und sozialistischer Massenbewegungen“ (S. 218).

Auch heute „besteht in vielen Bereichen der Sozialen Arbeit […] an den Grenzen der Freiwilligkeit auch die Möglichkeit von Zwangsmaßnahmen, und gerade an diesen Grenzen ist erkennbar, dass Soziale Arbeit, indem sie den ökonomisch und gesundheitlich Schwachen sowie den sozial Ausgegrenzten Hilfe und Unterstützung bietet, eine gesamtgesellschaftliche Funktion erfüllt, die etwas mit der >>Regierung der Bevölkerung<< zu tun hat und die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse gegen Unruhen und Widerstand >>immunisiert<<“ (ebd.). Somit „erfüllt die Soziale Arbeit ein staatliches Lenkungsinteresse, das sich an so etwas wie >Normalität< orientiert“ (ebd.).

Soziale Arbeit ist „über die Verwaltungsstrukturen, durch die erforderlichen Konzepte und Begründungen für unterschiedliche Hilfen, durch die Beteiligung an sozialwissenschaftlicher Forschung bzw. durch die Nutzung ihrer Ergebnisse in vielfacher Hinsicht in gesellschaftliche Machtverhältnisse einbezogen. In der Arbeit mit der Klientel sind die Sozialarbeiter_innen selbst dann insofern unmittelbar Akteure der Macht, als die personenbezogene Hilfe über Konzepte und Praktiken erfolgt, die immer auch der Integration/Inklusion in bestehende gesellschaftliche Verhältnisse dienen.“ (S. 221)

„Auf drei Ebenen […] kann die Soziale Arbeit in gesellschaftliche Machtstrukturen eingeordnet werden:

– Als sozialstaatlich etablierte Struktur leistet sie über Versorgung und Befriedung einen Betrag zur Stabilisierung bestehender Machtverhältnisse.

– Über die genannten Knotenpunkte der Macht definiert sie soziale Probleme, prekäre Bevölkerungsgruppen und Einsatzstellen für soziale Hilfeleistung.

– Und gerade die wenig kontrollorientierten Formen der Sozialen Arbeit wie sozialpädagogische Begleitung, Arbeit in Krisenwohngruppen und Beratung intensivieren selbstreflexive Subjektivierungsformen und geben ihnen zugleich Halt.“ (S. 224)

Am Ende des Textes plädiert Ruth Großmaß dafür, „das Verhältnis der Sozialen Arbeit zur Macht für alle Praxisfelder sorgfältig zu analysieren“ (S. 226).

Der Text „Cripping und Queering Soziale Arbeit. Aspekte der Disability Studies“ von Heike Raab beschäftigt sich mit den „Wechselwirkungen und Herausforderungen von Behinderung, Heteronormativität und Geschlecht“ (S. 229).

„Kennzeichnend für die Disability Studies ist der Anspruch, einen Paradigmenwechsel in der wissenschaftlichen Erforschung von Behinderung zu initiieren, mit dem Ziel, gesellschaftliche Diskurse und Praxen zu Behinderung im emanzipatorischen Sinne zu verändern“ (ebd.). Behinderung wird hierbei „weniger als eine vorsoziale [herv. i. Orig., Anm. d. Verf.] Gegebenheit verstanden, denn als ein soziales und kulturelles Konstrukt“(S. 230). Heike Raab bezeichnet Behinderung als „soziokulturelle Problematisierungsweise von körperlicher Differenz“ (ebd.) [Herv. i. Orig., Anm. d. Verf.].

„Dominanzkultur kennzeichnet im Wesentlichen, dass nicht statisch zwischen Machtlosen und Machthabenden zu unterschieden ist. Vielmehr sind alle Menschen, vielfach und widersprüchlich, in gleichzeitig wirkende Machtverhältnisse verstrickt, d.h. sie können gleichzeitig diskriminiert werden und diskriminieren. Dominanzkultur beschreibt den Wirkmechanismus und die Funktionsweisen von gesellschaftlicher Normierung und Ausgrenzung und fokussiert auf die Vielzahl gesellschaftlicher Machtverhältnisse, die in ihrer jeweiligen Besonderheit und in ihrer wechselseitigen Verflechtung zu analysieren sind.“ (S. 231)

„Intersektionalität beachtet also sowohl die Wechselwirkung mit anderen Machtverhältnissen als auch Differenzierungen innerhalb der Kategorie Behinderung und deren Beziehungsgeflecht“ (S. 232).

„Soziale Belange gelten zunehmend als ein Problem mangelnder Selbstaktivierung. Folgerichtig werden Soziale Arbeit und Sozialprogramme vermehrt auf die Selbstermächtigungskompetenzen und Eigenverantwortung von Betroffenen gerichtet.“ (S. 234)

„Soziale Arbeit [ist] sehr wohl eingebettet in die Durchsetzung genormter Lebensweisen, Körpernormen und deren Abweichung. […] In der Arbeit am Sozialen wird aber auch das Soziale ko-konstitutiv bearbeitet. Auf diese Weise wird etwa das Feld der Behinderung als ein interventionsbedürftiges soziales >Problem< konstruiert und organisiert“. (S. 235)

„Behinderung bzw. Krankheit im Feld der Sozialen Arbeit kann als Herstellungspraktik spezifischer Identitäts- und Subjektivierungsformen beschrieben werden. In diesem Setting werden dominante Normen verhandelt, hergestellt und/oder verworfen.“ (S. 236)

„Nicht zuletzt erhält Soziale Arbeit dadurch ihre Legitimation […], indem Differenz und Andersheit als behandlungsbedürftiges Interventionsfeld angesehen werden“ (ebd.).

„Prägend für Soziale Arbeit in den Disability Studies ist folglich, den Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Vielfalt von Behinderung Rechnung zu tragen und die Binarität von behindert/nicht-behindert als System zu hinterfragen bzw. zu dekonstruieren“ (S. 237).

„Intersektionalität wirkt hier im produktiven Sinne verstörend auf herkömmliche Kategorisierungen, Formen der Subjektivierung und etablierte Muster von Etikettierungen der Betroffenen in der Sozialen Arbeit“ (S. 238).

Darüber hinaus sind die folgenden Texte in diesem Abschnitt enthalten:

Heike Radvan: Prävention von Rechtsextremismus unter Berücksichtigung von Genderperspektiven

Annita Kalpaka: >>Wir behandelt alle gleich<<: Zwischen Gleichheitsanspruch und Diskriminierungswirklichkeit. Prozesse der Auseinandersetzung mit Diskriminierung im Hochschulalltag

Darja Zaviršek: Poverty as a Culture of Dominance. An Ethnographie among Social Work Students in the Postsocialist European Periphery

Schweigen, Sprechen und Schreiben

Christina Thürmer-Rohr setzt sich in dem Text „Dialog und dialogisches Denken. Der Anspruch von anderswo: eine Herrschaftsabsage“ mit verschiedenen Facetten rund um den Dialog auseinander.

„Ein Dialog, der der Pluralität des Zusammenlebens gerecht werden will, ist nicht einfach auf die Vermehrung äußerer Buntheit und innerer Vielfalt aus. Dialoge vervielfältigen eher die Fragen und ebnen Konflikte nicht ein. […] Ein Dialog ist nicht auf Sieg aus, sondern auf die Erweiterung der Vorstellungsräume. […] Die Gegenwart der Anderen kann die eigene Perspektive korrigieren und erweitern, die notwendig beschränkt und verzerrt bleibt, wenn sie sich selbst zum Maßstab nimmt. […] Die Dialogidee bildet einen Gegenpol zu den ideologischen Strategien einer westlichen Dominanzkultur, die mit ihren historischen Herrschaftsansprüchen, ihren Übergriffen, Kolonialisierungen und Genoziden die Zerstörung einer dialogischen Praxis und ihrer Grundgedanken betrieben hat.“ (S. 298)

„Es wäre zwar vermessen zu meinen, man könne sich in sämtliche Standort anderer hineinversetzen und könne vollständig >anderswo< sein. Aber der Versuch, aus sich selbst herauszutreten und sich durch die Augen anderer zu betrachten, kann konkrete, relevante oder generalisierte Andere im eigenen Bewusstsein versammeln“ (S. 302).

„Dialogisches Denken verlangt ein Einhalten, eine Art Mäßigung, die sich aus der Anerkennung anderer als politisch Gleicher ergibt“ (S. 302). „Der Dialog ist auf ein Verhältnis zur pluralen Welt aus, das die Ansprüche auf gleichzeitige Verschiedenheit und Gleichheit aufnimmt“ (S. 303).

„Denken ist ein stummer Dialog, der die Perspektiven Anderer in Betracht ziehen und die Vorstellung des Nicht-mit-mir-Identischen aktivieren kann. Wer denkt, ist immer noch in-der-Welt und unter Menschen. Denken ist damit kein Zustand der Einsamkeit, sondern eine zweisame [Herv. i. Orig., Anm. d. Verf.] Tätigkeit, in der man auf sich selbst ein- und zurückwirkt, statt sich wie A mit A zu spiegeln.“ (S. 304)

„Dialogversuche sind unersetzbar, weil sie einerseits Ernst machen mit einem Herrschaftsabbau von unten, der konkret, alltäglich und unspektakulär vonstatten geht, und weil sie andererseits die menschliche Fähigkeit zu einer >denkenden Zuwendung< zu dem beanspruchen, was außer mir ist“ (S. 307).

Darüber hinaus sind die folgenden Texte in diesem Abschnitt enthalten:

Sabine Hark: Die Vermessung des Schweigens – oder: Was heißt sprechen? Dimensionen epistemischer Gewalt

Susan Arndt: Envisioning New Futures. Literary Performances of Intertexuality, Gender and Race in the Works of Zadie Smith, Pauline Melville and Toni Morrison

Barbara Schäuble: Beleidigungen und Herabsetzungen. Zur sozialen Logik antisemitischer Aussagen

Reyhan Şahin: >>A strong woman doesn´t follow – she leads!” (Selbst-)Darstellungen muslimischer Akademikerinnen im sozialen Netzwerk Facebook

Mein Fazit

Das inhaltlich sehr umfangreiche Buch bietet meiner Auffassung nach eine gute Grundlage zur Reflexion seiner eigenen persönlichen und professionellen Positionen. Viele Themen werden kritisch betrachtet und viele Aspekte genannt, über die ich bislang so noch nicht nachgedacht habe. Es bietet viele Anregungen, Ideen und Gedanken, spannende Analysen und Perspektiven. In der Umsetzung von Inklusion ist der Blick auf gesellschaftliche Strukturen, Gegebenheiten und Bedingungen unerlässlich. Eine Auseinandersetzung mit der Dominanzkultur ist für diesen Prozess, meines Erachtens nach sehr hilfreich. Das Buch bietet dafür einen guten Einstieg.

Infos zum Buch:

Herausgeber_innen: Iman Attia, Swanthe Köbsell, Nivedita Prasad

Titel: Dominanzkultur Reloaded. Neue Texte zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ihren Wechselwirkungen.

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: transcript Verlag, Bielefeld

ISBN: 978-3-8376-3061-9

Buchtipp: Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz

Aus meiner Sicht bietet der Anti-Bias-Ansatz gute Grundlagen für die Umsetzung von Inklusion.

Im November 2015 erschien das Buch „Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz“, herausgegeben vom anti-bias-netz.

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In dem Buch sind 9 Texte versammelt, die sich mit unterschiedlichen Facetten der Anti-Bias-Arbeit auseinander setzen. Nach dem Vorwort und der Einleitung geht es um:

1. Denkanstöße für die Soziale Arbeit

2. Anti-Bias – Ein Ansatz Menschenrechtsbildung in Grundschule umzusetzen

3. Ani-Bias kann vorurteilsbewusste Veränderungsprozesse in Schule unterstützen – Erfahrungen aus der Praxis

4. Mit Eltern gemeinsame Sache machen – Vorurteilsbewusste Zusammenarbeit von Schule und Eltern

5. „Warum hängt die Weltkarte falsch herum?“ – „Weil ich was seh‘, was du nicht siehst!“ Anti-Bias ermöglicht neue Perspektiven

6. (Un)Möglichkeiten des Anti-Bias-Ansatzes im Kontext von (internationalen) Freiwilligendiensten

7. Zwischen Colorline und Handlungsmöglichkeiten – für Kinder, Eltern und Pädagog_innen

8. Empowerment und Anti-Bias – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

9. Wie ein Kieselstein im Wasser: Von Empowerment und Sensibilisierung zur gesellschaftlichen Transformation.

Anschließend folgen ein Glossar, ein Literaturverzeichnis, eine Liste mit empfohlenen Methodenhandbüchern, eine Webliografie und Informationen zu den Autorinnen.

In der Einleitung wird der Begriff „Anti-Bias“ und seine Geschichte erläutert. Ebenso werden die 4 Grundannahmen des Ansatzes dargestellt. Anschließend wird ein Diskriminierungsmodell vorgestellt, auf welches sich bezogen wird.

Durch diese kurze Einführung in den Anti-Bias-Ansatz ist es auch kein Problem die folgenden Texte zu verstehen, zumal sie weitere Grundlageninformationen vermitteln und diese an vielen Stellen mit Praxisbeispielen verknüpfen. Das gesamte Buch lebt von den Erfahrungen aus der Praxis. Sei es aus der Arbeit in Schulen, mit Kindern, mit Eltern, sei es aus dem Fortbildungsbereich mit pädagogischen Fachkräften. Die Vielfalt an Umsetzungsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkten des Ansatzes im pädagogischen Alltag und auch darüber hinaus werden sehr deutlich. Darüber hinaus werden einige Methoden des Anti-Bias-Ansatzes erläutert und reflektiert.

Fazit:

Ich finde das Buch durch seinen starken Praxisbezug sehr empfehlenswert. Ich habe viele Anregungen und Ideen erhalten, es gibt viele Tipps für weiterführende Literatur und Links zu weiteren Materialien.

Buchinfos:

anti-bias-netz (Hg.)

Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz

Lambertus Verlag

Freiburg im Breisgau

ISBN: 978-3-7841-2608-1

Weitere Empfehlungen

Wer sich darüber hinaus mit dem Anti-Bias-Ansatz auseinandersetzen möchte, kann ich die beiden folgenden Bücher empfehlen, die stärker aus einer Forschungs- und Wissenschaftsperspektive auf das Thema blicken.

1. Oliver Trisch (2013): Der Anti-Bias-Ansatz. Beiträge zur theoretischen Fundierung und Professionalisierung der Praxis. ibidem. Stuttgart

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2. Katja Gramelt (2010): Der Anti-Bias-Ansatz. Zu Konzept und Praxis einer Pädagogik für den Umgang mit (kultureller) Vielfalt. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden

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Vor einiger Zeit habe ich mich in einem Audiobeitrag damit beschäftigt, inwiefern der Anti-Bias-Ansatz eine gute Grundlage für eine inklusive Haltung bietet. Hier geht es zu dem Beitrag.

Im vergangenen Jahr habe ich an einer Multiplikator_innen-Fortbildung zum Anti-Bias-Ansatz in Weimar teilgenommen. Die Fortbildung besteht aus drei Modulen und es wird sich u.a. in Übungen und Diskussionen sehr intensiv und facettenreich mit dem Anti-Bias-Ansatz auseinandergesetzt. Auch diese Fortbildung kann ich persönlich sehr empfehlen. Parallel zum letzten Modul habe ich auch das oben genannte Buch gelesen, was die gesamte Erfahrung nochmal bereichert hat. Die Fortbildung haben Annette Kübler, Žaklina Mamutovič und Paticia Göthe geleitet, die auch als Autorinnen in dem Buch vertreten sind.                                                           Hier geht es zur Ausschreibung für den Kurs im Herbst 2016.

„Auf dem Weg zur Inklusion. Ein Arbeitsbuch“ des AWO Bundesverbandes e.V.

Arbeitsbuch AWO

Der AWO Bundesverband e.V. hat 2014 ein Arbeitsbuch veröffentlicht, das auf dem Weg zur Inklusion Anregungen, Ideen und Unterstützung geben möchte. Entstanden ist das Arbeitsbuch aus dem AWO Weiterbildungsprojekt „InDuBi – Inklusion durch Bildung“.

Das Arbeitsbuch ist in die Bereiche Wissen, Inklusion.Check, Handlungsfelder, Methoden, und Wissen unterteilt.

Im Folgenden stelle ich das Arbeitsbuch „Auf dem Weg zur Inklusion“ kurz vor.

Wissen

  1. Warum ein Arbeitsbuch Inklusion für die AWO?

Ausgehend von der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen muss ebenso „der Bereich der sozialen Arbeit […] mit dem Ziel weiterentwickelt werden, für alle Menschen Zugang sowie Mitbestimmung und Teilhabe zu gewährleisten“ (S. 7) Auch die AWO möchte sich diesen Herausforderungen stellen und mit „diesem Arbeitsbuch Inklusion soll ein Beitrag dazu geleistet werden, Unklarheiten zu klären. Der Begriff Inklusion soll mit Inhalten gefüllt werden, die in konkreten Handlungsfeldern Stück für Stück umgesetzt werden können und müssen.“ (ebd.) Dabei bietet das Arbeitsbuch auf verschiedenen Ebenen Unterstützung und Anregungen an.

  1. Wie kann dieses Arbeitsbuch genutzt werden?

In dem Arbeitsbuch befinden sich Diskussionsanregungen, Impulse für Auseinandersetzungen, konkrete Materialien zur Analyse und Entwicklung, Methodenvorschläge für einzelne Stufen. Wichtig ist, „dass das Arbeitsbuch als mitlernende Arbeitshilfe verstanden und genutzt wird“ (S. 10), also die darin enthaltenden Angebote an die eigene Arbeit angepasst werden können und sollen.

  1. Inklusion – Wohin wollen wir? Eine kleine Geschichte einer großen Vision

In diesem Kapitel wird eine Vision von Inklusion in 40 Jahren als Geschichte präsentiert. Diese kann als Einstieg in die Auseinandersetzung genutzt werden.

  1. Inklusion – was ist das eigentlich?

In diesem Abschnitt wird erläutert, was unter Inklusion verstanden wird und welche Konsequenzen es für die Gesellschaft hat. „Jede*r ist auf ihre*seine Art und Weise einzigartig und Teil der Vielfalt. In der Konsequenz heißt dies, dass alle Menschen dabei sein, mitwirken und mitentscheiden können. Daraufhin müssen bauliche, kommunikative, ökonomische, strukturelle sowie fachliche Rahmenbedingungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens geprüft und entsprechend weiterentwickelt werden.“ (S. 14) Dabei wird Inklusion als Prozess verstanden, der an viele in der Praxis schon bekannte Ansätze, wie z.B. „Gemeinwesenarbeit, […] Gender-Mainstreaming, […] interkulturelle Öffnung, Lebenslagenkonzepte und […] Empowerment“ (S. 15) anknüpfen kann. „Der inklusive Prozess in Einrichtungen und Diensten muss immer drei Dimensionen in Betracht ziehen, die untrennbar miteinander verzahnt sind: Kultur, Struktur und Handlungspraxis“ (S. 16).

Inklusion.Check

  1. Check – Wo sind wir jetzt?

Der Inklusions.Check ist ein aus 45 Fragen bestehender Fragenkatalog der bei der Analyse des gegenwärtigen Zustandes und des sich daraus ergebenden Handlungsbedarfes unterstützen möchte. Im Check werden alle drei Ebenen (Kultur, Struktur, Handlungspraxis) betrachtet und mehrere Fragen des Checks sind zu Handlungsfeldern gebündelt, die im Folgenden weiter untersetzt sind.

Handlungsfelder

  1. Handlungsfelder des inklusiven Prozesses – Und was heißt das im Einzelnen?

In diesem Bereich der Arbeitshilfe gibt es zu verschiedenen Handlungsfeldern eine Erläuterung, vertiefende Fragestellungen, Praxisbeispiele, Methoden und Hinweise zum Vertiefen mit denen gearbeitet werden kann. Das Kapitel ist in folgende Handlungsfelder unterteilt:

Reflexion/Haltung, Ressourcen- und Bedarfsorientierung, Partizipation, Empowerment, Zugänglichkeit, Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung, Zusammenarbeit, Vernetzung, Rahmenbedingungen

Methoden

  1. Methoden – Und wie?

In diesem Kapitel werden hilfreiche Methoden für den Inklusionsprozess vorgestellt. Dafür gibt es eine Methodenübersicht, die alle in dem Arbeitsbuch enthaltenen Methoden auflistet und daran anschließend werden noch einige Methoden vorgestellt, die die Bearbeitung des Inklusion.Check erleichtern und strukturieren sollen.

Wissen

Nach einem Glossar mit Worterklärungen, die einige in dem Arbeitsbuch verwendete Begriffe erläutern folgen viele weitere Materialien zum Weiterarbeiten (z.B. die Dortmunder Erklärung der AWO, ein Inklusionsfahrplan, Arbeitsmaterialien in Leichter und in Einfacher Sprache, Materialien zu den aufgeführten Methoden, Literatur und Arbeitsmaterialien).

Am Ende des Arbeitsbuches werden die verwendeten Quellen aufgeführt und es schließt mit den Danksagungen.

Mein Fazit

Das Arbeitsbuch „Auf dem Weg zur Inklusion“ des AWO Bundesverband e.V. ist eine gelungene Arbeitshilfe für den Inklusionsprozess. Neben einigen theoretischen Erläuterungen werden viele konkrete Hilfsmittel vorgestellt, die den Prozess strukturieren und unterstützen können. Dadurch wird das komplexe Thema Inklusion handhabbarer und greifbarer gemacht. Sehr schön und ansprechend finde ich persönlich, dass das Arbeitsbuch ein Ringhefter ist, aus dem Seiten schnell ausgeheftet und neue Seiten eingeheftet werden können, was dem eigenen Anspruch „eine mitlernende Arbeitshilfe“ (s.o.) zu sein, gerecht wird. Insofern kann ich dieses Arbeitsbuch sehr empfehlen.

Weitere Informationen zur Bestellmöglichkeit des Arbeitsbuches gibt es hier.

Hier finden Sie Informationen zu dem Projekt „InDuBi“.

Haben Sie schon Erfahrungen in der Arbeit mit dem Arbeitsbuch „Auf dem Weg zur Inklusion“ des AWO Bundesverband e.V. gesammelt? Wie bewerten Sie es?

Empfehlung: Kritik oder Antisemitismus? Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus

Eine inklusive Haltung und somit auch eine inklusive Pädagogik nehmen alle Diskriminierungsformen in den Blick. So auch den israelbezogenen Antisemitismus. Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine neue Handreichung mit dem Titel „Kritik oder Antisemitismus? Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“ veröffentlicht. Diese kann direkt bei der Amadeu Antonio Stiftung bestellt oder kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Hier geht es zur PDF-Version der Handreichung.

Im Folgenden nenne ich einige Aspekte aus der Handreichung.

Zu folgenden Fragen möchte die Handreichung Anregungen geben und Hilfestellung leisten:

„Wo fängt Antisemitismus in Bezug auf Israel genau an? Wie kann pädagogisch gegen (israelbezogenen) Antisemitismus vorgegangen werden, sowohl vorbeugend als auch bei einer erneuten Eskalation im Israel-Palästina-Konflikt? Inwiefern spielt Rassismus eine Rolle bei der öffentlichen Fokussierung auf den Antisemitismus aus muslimisch sozialisierten Milieus?“ (S. 3)

Die Handreichung ist in drei Bereiche unterteilt:

  • Hintergrund, Analyse und Begrifflichkeiten
  • Fallbeispiel
  • Pädagogische Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten

Hintergrund, Analyse und Begrifflichkeiten

Den inhaltlichen Einstieg in diesem Abschnitt macht Anetta Kahane mit ihrem Text „Israelbezogener Antisemitismus – ein überladenes Problem“.

Gleich zu Beginn stellt sie fest: „Es gibt ihn, den Israelhass, der antisemitisch daherkommt und auch so gemeint ist“ (S. 6). „Wie kein anderes Land auf der Welt steht Israel unter ständiger, missbilligender Beobachtung“ (ebd.).

Als Ursache dafür sieht sie „eine Mischung aus Neid und Verachtung, eine Furcht vor dem Kosmopolitischen, dem Abstrakten, dem Kapitalistischen, dem Revolutionären, dem Verschwörerischen und dem Intellektuellen. Das alles steckt in der antisemitischen Projektion, die freilich nichts mit dem realen Judentum zu tun hat. […] Die Projektionen auf die Juden sind so komplex, dass sie eigentlich tun können, was sie wollen – es wird immer irgendein Ressentiment bestätigt.“ (S. 6f.)

„Israelfeindschaft oder – wie wir es nennen – israelbezogener Antisemitismus hat den klassischen Antisemitismus als Gesellschaftstheorie längst abgelöst“ (S. 8).

Der darauf folgende Text „Wie unterscheide ich Kritik von israelbezogenem Antisemitismus?“ von Jan Riebe nennt einige Aspekte, die für die Unterscheidung hilfreich sind, ob eine Aussage eine Kritik ist oder israelbezogener Antisemitismus.

Vor allem ist es dabei wichtig, dass „wer Antisemitismus erkennen will, muss sich notgedrungen mit seiner Wandlungsfähigkeit, seinen Facetten, seiner Historie und Gegenwart näher beschäftigen“ (S. 10).

Ein Problem bei der Erkennung von Antisemitismus ist, dass die „Ausprägung von Antisemitismus im Nationalsozialismus […] in den Köpfen so präsent [ist], dass aktuelle Formen von Antisemitismus meist nicht erkannt werden oder erkannt werden wollen“ (S. 11).

„Schon allein der Begriff >>Israelkritik<< ist problematisch, da er das Ausmaß der Fokussierung auf Israel als selbstverständlich setzt. Begriffe wie beispielsweise >>Russlandkritik<<, >>Griechenlandkritik<< oder >>Türkeikritik<< gibt es im Gegensatz zur >>Israelkritik<< im allgemeinen Sprachgebrauch kaum.“ (S. 12)

Hilfreich bei Einschätzung, ob es sich bei einer Aussage um Kritik oder israelbezogenen Antisemitismus handelt, kann der sogenannte 3D-Test sein. Dazu gehört der „Test auf Dämonisierung“ (S. 13), der „Test auf Doppelstandards“ (ebd.) und der „Test auf Delegitimierung“ (S.15). Trifft einer dieser Punkte zu, also wird Israel dämonisiert, werden bei Israel Doppelstandards angewandt, wird Israel delegitimiert, dann ist die Aussage antisemitisch. Wichtig ist aber, dass es sich dabei um eine „Hilfestellung“ (ebd.) und keine „eindeutige[n] Tests zur Identifikation von israelbezogenem Antisemitismus“ (ebd.) handelt. „Deshalb ist Nachhaken dringend zu empfehlen“ (ebd.).

„Israelbezogener Antisemitismus bedeutet häufig, über Israel zu reden, ohne über Israel zu reden: Formell wird sich über Israel echauffiert, ursächlich geht es aber um andere Dinge wie die Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte, eigene Diskriminierungserfahrungen oder das Ziel, sich in sozial akzeptierter Form antisemitisch äußern zu können. […] Es hat daher im Regelfall keinen Sinn, nach solchen Äußerungen intensiv die Politik Israels oder den Nahostkonflikt zu erörtern. Stattdessen sollte die jeweilige Funktion solch antisemitischer Äußerungen offengelegt und anschließend diese Funktion statt Israel in den Blick genommen werden.“ (S. 17)

Für die eigene Haltung und Position ist es sinnvoll sich folgende Fragen zu stellen, wenn man israelische Politik kritisiert:

  • „Was sind meine Beweggründe für die Kritik?
  • Kritisiere ich Israel anders als andere Staaten und wenn ja warum?
  • Beschäftigt mich der Nahost-Konflikt mehr als alle anderen Konflikte und wenn ja warum?
  • Bin ich bereit, meine Position zu Israel aufgrund von Fakten zu revidieren?“ (S. 19)

Die „Alltagstauglichkeit des israelbezogenen Antisemitismus und seine gesellschaftliche Akzeptanz machen ihn so gefährlich und schwierig zu erkennen“ (ebd.).

Fallbeispiel

In dem Text „Taktische Solidarität. Rechtspopulistische und neonazistische Positionierungen zum Antisemitismus“ setzen sich Heiko Klare und Michael Sturm mit den Aussagen und Positionen verschiedener rechtspopulistischer und neonazistischer Gruppen in Bezug auf Antisemitismus und Israel auseinander und beleuchten ihre Funktionen.

„Nutzen rechtspopulistisch Parteien und ihre Protagonist_innen einerseits den Nahostkonflikt vor allem, um eine vorgebliche Solidarität mit Israel angesichts der globalen >>islamistischen Bedrohung<< zur Schau zu stellen, inszenieren sich Neonazis andererseits vor allem als Freunde der vom >>Staatsterrorismus Israels<< betroffenen Palästinenser. Beide Positionen eint, dass es dabei nicht um eine tatsächlich[e] Auseinandersetzung mit israelischer Politik geht, sondern ausschließlich die eigenen Positionen vermittelt und argumentativ gestärkt werden sollen.“ (S. 24)

Pädagogische Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten

In dem von Jan Riebe geführten Interview mit Johannes Baldauf und Judith Rahner, welches unter dem Titel „Antisemitismus in Sozialen Netzwerken – ein Fachgespräch“ in der Handreichung veröffentlich ist, richtet den Blick auf die Soziale Netzwerke und ihre Bedeutung für Antisemitismus.

„Soziale Netzwerke sind eine wichtige Wissensquelle für Jugendliche. […] Ist man sich dessen bewusst, dann ist zentral, dass die pädagogische Arbeit im Internet ansetzt.“ (S. 34)

„Am Beispiel des Nahostkonflikts zeigt sich, dass viele Jugendliche ihre Informationen nur aus dem Netz bekommen, weil weder in Schulen noch in Jugendclubs offen darüber gesprochen wird“ (S. 34f.).

In ihrem Text „>>Gefällt mir (nicht)<<. Facebook-Monitoring zu Postings von Jugendlichen während des Gaza-Krieges“ stellt Judith Rahner die Ergebnisse des Monitoring von Facebookprofilen vor. Die Facebookprofile gehören „mehr als einhundert Berliner Jugendlichenim Alter von 12 bis 20 Jahren, die sich überwiegend entweder selbst als muslimisch verstehen oder als muslimisch (fremd)markiert werden“ (S. 39).

„Die Ergebnisse des Facebook-Monitorings verdeutlichen […], dass sich keine Hinweise auf einen >>neuen<< oder spezifisch >>muslimischen<< Antisemitismus finden lassen“ (ebd.).

„Unter Jugendlichen gibt es ein sehr großes Bedürfnis, sich mit den Geschehnissen des Nahost-Konflikts auseinanderzusetzen und diese zu diskutieren. Pädagogische Einrichtungen lassen Jugendliche damit jedoch oft alleine, so dass diese besonders anfällig für einfache, oft antisemitische Erklärungsansätze in Sozialen Netzwerken sind.“ (Ebd.)

„In viele Postings und Kommentaren nehmen jugendliche User direkt auf Islamfeindlichkeit, antimuslimischen Rassismus und eigene Diskriminierungserfahrungen Bezug. Als Muslim nicht anerkannt zu werden, zur hiesigen Gesellschaft nicht wirklich dazuzugehören, in Medien und Bildungseinrichtungen oftmals stereotyp und einseitig dargestellt bzw. wahrgenommen zu werden, ist – auch unabhängig von den Geschehnissen in Nahost – ein permanentes Thema in den ausgewerteten Profilen. Zu Zeit der Eskalation in Gaza bekommen diese Erfahrungen insbesondere dann eine veränderte Tragweite, wenn jugendliche Muslime durch mediale und gesellschaftspolitische Zuschreibungen direkt und oftmals als alleinige Träger von Antisemitismus markiert werden.“ (S. 43)

„Wichtig wäre, dass pädagogische Fachkräfte generell und informiert Kenntnis nehmen von Auseinandersetzungen über den Nahost-Konflikt unter >>ihren<< Jugendlichen auf Facebook“ (S. 45).

In dem anschließenden Text „>>Nicht[s] gegen Juden<<: Unser Onlinetool gegen Antisemitismus“ wird ein Hilfsmittel zur Intervention bei Antisemitismus im Internet vorgestellt.

Hier geht es zu dem Onlinetool.

Dr. Heike Radvan erläutert in dem Text „Aussteigen aus antisemitischen Differenzkonstruktionen“, wie auf antisemitische Äußerungen reagiert werden sollte.

„In der pädagogischen Bearbeitung von antisemitischen Äußerungen sollte die jeweilige Funktion einer antisemitischen Äußerung für den einzelnen Jugendlichen im Mittelpunkt stehen und an dieser Stelle mit der Intervention angesetzt werden“ (S. 49).

„Als sinnvoll kann sich eine fragende Haltung verbunden mit einem anerkennungspädagogischen Umgang erweisen. Zudem ist es oftmals ratsam, universalistisch zu argumentieren und Jugendliche auf ihre konkrete Alltagspraxis zu verweisen.“ (Ebd.)

„Die Differenzkonstruktion zwischen einer Wir-Gruppe und >>den Juden<< erfüllt eine Funktion für diejenigen, die sich antisemitisch äußern: Wer sich abwertend über Juden äußert, wertet sich selbst auf und ordnet sich einer (vermeintlich überlegenen) Gruppe zu“ (ebd.).

„Fragen Pädagog_innen nach der Funktion, so geraten Jugendliche oder Erwachsene mit ihren verschiedenen Erfahrungshintergründen und Haltungen in den Blick – nicht aber >>die Juden<<“ (ebd.).

Der letzte Beitrag der Handreichung stammt von Jan Riebe und trägt den Titel „Was tun bei (israelbezogenem) Antisemitismus? Pädagogische Tipps“.

„Ziel einer antisemitismuskritischen Pädagogik sollte es sein, antisemitischen Vorfällen schon im Vorfeld entgegenzuwirken, anstatt auf sie reagieren zu müssen“ (S. 53).

„Eine Pädagogik gegen Antisemitismus richtet sich nicht nur an Personen, die mehr oder weniger offen antisemitische Positionen vertreten, sondern auch an diejenigen, die sich gegen Antisemitismus positionieren“ (ebd.).

„Es ist wichtig, Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem zu betrachten und zu behandeln. […] Die pädagogischen Fachkräfte sind daher gefordert, ihr eigenes Involviertsein in den gesamtgesellschaftlichen Antisemitismus zu reflektieren. Pädagog_innen sind genauso Teil der Gesellschaft, in der Antisemitismus wirksam ist, wie die Jugendlichen oder Erwachsenen, mit denen sie arbeiten. Daher bedarf es einer selbstkritischen und selbstreflexiven Auseinandersetzung mit der Thematik, um antisemitische Ressentiments zu erkennen und eine eigene Position dazu zu entwickeln.“ (S. 53f.)

„Ziel von bildungspolitischer und pädagogischer Arbeit muss es sein, Jugendliche bei der Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt kritisch-begleitend zu unterstützen“ (S. 55).

„In Bezug auf präventive Arbeit gegen Antisemitismus, aber auch generell gilt es, Diskriminierungserfahrungen von Muslim_innen und/oder Personen mit migrantischen Familienbezügen ernst zu nehmen und zum Bestandteil einer antisemitismuskritischen Auseinandersetzung zu machen“ (ebd.).

„Auch in der antisemitismuskritischen Pädagogik lautet der erste Grundsatz, grundsätzlich stets Betroffene zu schützen, indem auftretender Antisemitismus immer thematisiert wird“ (ebd.).

„Eine wesentliche Komponente des Antisemitismus, auch des israelbezogenen Antisemitismus, ist die Reduktion komplexer, unverstandener gesellschaftlicher Prozesse (z.B. des Nahost-Konflikts) auf ein stark vereinfachendes Gut-Böse-Schema. Um dem entgegenzuwirken, sollten pädagogische Angebote darauf angelegt sein, ein solches stark komplexitätsreduzierendes denken zu durchbrechen.“ (S. 57)

Fazit

Die Handreichung bietet einen guten und übersichtlichen Einstieg in das Thema israelbezogener Antisemitismus und gibt auch einige Anregungen und Empfehlungen, wie mit diesem Thema und dieser Diskriminierungsform umgegangen werden kann und sollte. Viele Aspekte lassen sich sofort in die pädagogische Praxis übernehmen und insofern ist die Handreichung meiner Ansicht nach für Menschen, die in der pädagogischen Praxis tätig sind, sehr zu empfehlen.

Weitere Informationen der Amandeu Antonio Stiftung zum Thema israelbezogener Antisemitismus gibt es hier.

Buchtipp: Suitbert Cechura: Inklusion: Die Gleichbehandlung Ungleicher. Recht zur Teilhabe an der Konkurrenz

Meiner Ansicht nach ist es immer wieder wichtig, sich auch kritisch mit Inklusion (z.B. dem Konzept, und den aktuellen Diskursen) auseinander zu setzen, um nicht unreflektiert irgendetwas zu tun. Einen Beitrag zu dieser Auseinandersetzung liefert Suitbert Cechura mit seinem Buch „Inklusion: Die Gleichbehandlung Ungleicher. Recht zur Teilhabe an der Konkurrenz“.Suitbert Cechura

Im Folgenden nenne ich einige Aspekte aus dem Buch, die mir besonders wichtig erscheinen und über die es meiner Ansicht nach notwendig ist nachzudenken und zu diskutieren.

In 7 Kapiteln setzt sich Suitbert Cechura mit dem Thema Inklusion auseinander:

  1. Einleitung
  2. Integrations- und Inklusionsidealismus
  3. Die UN-Behindertenrechtskonvention
  4. Von der Krüppelfürsorge zur Inklusion
  5. Teilhabe am Leben in der kapitalistischen Konkurrenz
  6. Begleitung der Reformen durch Staat und Öffentlichkeit
  7. Resümee

Gleich zu Beginn des Buches stellt Suitbert Cechura fest, dass Inklusion „zu einem Prüfstein gemacht [wird], wie man zu Menschen mit Behinderung steht und von daher verbietet sich geradezu, zu prüfen, was Inklusion bedeutet, bzw. wer welche Interessen mit diesem Stichwort verfolgt“ (S. 5). Und daraus zieht er die Konsequenz, die zugleich Leitthema des Buches ist. „Mit diesem Buch soll Inklusion selber auf den Prüfstand gestellt werden“ (ebd.).

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, beginnt Suitbert Cechura seine Ausführungen mit einer Auseinandersetzung zum Begriff Inklusion. Neben der Feststellung, dass die Erklärungen häufig auf Bilder zurückgreifen (vgl. S.7) kommt Suitbert Cechura zu dem Schluss: „Mit Inklusion wird also zunächst einmal ein Gemeinschaftsgedanke propagiert, der völlig absieht davon, was da gemeinschaftlich veranstaltet wird oder auch nicht“ (S. 7). Hinzu kommt, dass der Ausschluss, egal von was auch immer, von vornherein als etwas Negatives verstanden wird (vgl. ebd.).

Anschließend geht Suitbert Cechura auf die gängigen Bilder zu den Begriffen Exklusion, Separation, Integration und Inklusion ein.

„Exklusion steht dafür, dass gleiche Menschen andersartige ausgrenzen und das soll negativ sein. Dagegen erscheint in unserer Gesellschaft Exklusivität als etwas Erstrebenswertes. Die Selbstverständlichkeit, dass Ausschluss immer negativ ist, wie es hier unterstellt ist, gibt es so gar nicht.“ (S. 8) Ebenso folgert Suitbert Cechura, „die Exklusion, die mit diesem Bild angegriffen wird, ist inhaltsleer, weil es gar nicht darum geht, zu klären, wovon [Herv. i.Orig., Anm. d. Verf.] Menschen ausgeschlossen werden und warum“ (ebd.).

Das gleiche stellt er bei dem Bild der Separation fest (vgl. S. 9)

„Das Bild der Inklusion soll die Gemeinsamkeit der Verschiedenen bebildern, unter der sich jeder das vorstellen kann, was er sich unter dieser Gemeinsamkeit vorstellen möchte, schließlich hat der Begriff der Inklusion außer der Gemeinschaftlichkeit keinen Inhalt“ (ebd.). Hinzu kommt, dass „mit dem Bild der Gemeinschaftlichkeit etwas versprochen [wird], was es in dieser Gesellschaft so gar nicht gibt. Auch Schüler ohne Behinderung mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss sind von der akademischen Bildung ausgeschlossen.“ (S. 10)

„Mit der Inklusion wird das Idealbild einer Gesellschaft gemalt, die für alle Mitglieder alle Möglichkeiten offen hält und macht sich damit frei von dem, was die vorfindliche Gesellschaft kennzeichnet“ (S. 11).

„Vorstellig gemacht wird mit der Inklusion eine Verbesserung der Stellung von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft. Dabei ist die Gesellschaft, an der sie teilhaben wollen und sollen, ja nichts einheitliches, sie besteht aus einer Ansammlung von sehr gegensätzlichen Positionen, als ein Zusammenleben von Armen und Reichen, von Unternehmern, Finanzkapitalisten und Arbeitern und Sparern, von Mietern und Vermietern, Richtern und Strafgefangenen etc. Teilhabe verspricht nicht mehr und nicht weniger, als dass Menschen mit Behinderungen an all dem teilhaben sollen oder sich beteiligen dürfen. […] Dass sie an den positiven Seiten gerne teilhaben wollen, ist anzunehmen, dass sie auch an Obdachlosigkeit und Armut teilhaben wollen, wohl kaum.“ (S. 11f.)

Anschließend setzt sich Suitbert Cechura mit der UN-Behindertenrechtskonvention auseinander.

„Aus der Tatsache, dass auf der Ebene der UNO viele Staaten sich geeinigt haben, muss noch nichts Positives folgen“ (S. 13). „Wenn alle Unterzeichnerstaaten ihren Bürgern etwas Gutes tun wollen, wer hat sie denn daran gehindert, es von sich aus zu tun? Wieso braucht es dazu eine internationale Vereinbarung, die nur dann zu Stande kommt, wenn sie ihr die Zustimmung geben?“ (S. 14). Darüber hinaus ist zu bedenken, „dass Staaten, wenn sie Vereinbarungen treffen, diese auch irgendwie ihren [Herv. i. Orig., Anm. d. Verf.] Interessen entsprechen müssen. Sonst würden sie die Zustimmung zu einem solchen Abkommen verweigern.“ (Ebd.)

„Einerseits wird mit der Verabschiedung der Behindertenrechtskonvention ein Versäumnis eingestanden, was den Umgang der Staaten bezüglich der Menschen mit Behinderung betrifft, andererseits wird aber auch die Kontinuität betont, weil sich in der Behindertenrechtskonvention auf die Prinzipien berufen wird, die eigentlich für alle schon immer Gültigkeit haben sollen“ (S. 17).

„Versprochen wird Menschen mit Behinderung, dass sie von Seiten des Staates nicht anders behandelt werden sollen, als alle anderen Bürger auch, er anerkennt sie als seine Bürger, mit Willen und Bewusstsein, denen er vorgibt, unter welchen Bedingungen sie diese zu bestätigen und zu leben haben“ (S. 21).

„Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft heißt, dass der Bürger vom Staat als freier bestimmt ist, der sein Glück selber zu gestalten hat. Freiheit in dem Sinne bedeutet, der Staat verpflichtet seine Bürger, für ihr Auskommen selber zu sorgen, dass sie dies in Eigenverantwortung und mit eigenen Mitteln zu tun haben.“ (S. 21)

„Mit der Behindertenrechtskonvention werden auch den Menschen mit Behinderung ihre Freiheitsrechte zugesichert, was oft übersetzt wird, mit mehr Autonomie und Selbstbestimmung. Versprochen wird ihnen damit, dass auch Menschen mit Behinderung als eigenständige Konkurrenten an dieser Konkurrenz teilhaben sollen. […] Selbstbestimmt leben bedeutet, selber für sein Auskommen zuständig und verantwortlich zu sein.“ (S.22)

„Die Frage der Teilhabe selber ist nichts Neues, denn teil hatten die Menschen mit Behinderung immer schon an dieser Gesellschaft, der man so ohne weiteres nicht entkommen kann. Mit der Frage nach der Teilhabe ist somit die Frage aufgeworfen, wie [Herv. i. Orig., Anm. d. Verf.] die Menschen in Zukunft am Leben in dieser Gesellschaft teilhaben sollen.“ (S. 30)

Im Anschluss an die Beschäftigung mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen macht Suitbert Cechura einen historischen Abriss über den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen.

„Dies zeigt, dass Behinderung nicht identisch ist mit einer körperlichen Beeinträchtigung und damit als Eigenschaft, die eine Person kennzeichnet, sondern ein Verhältnis darstellt. Eine körperliche Beeinträchtigung oder Schädigung steht immer im Verhältnis zu den Lebensbedingungen, unter denen ein Mensch lebt oder zu den Zwecken, die er selber verfolgt. Eine Sehbeeinträchtigung stellt nicht automatisch eine Behinderung dar, sondern nur dann, wenn sie entweder nicht durch eine Brille ausgeglichen werden kann oder die Brille einem bei der Ausübung einer Tätigkeit behindert. Existenziell wird eine Schädigung dann, wenn sie den Geschädigten an der Verfolgung der zum Lebensunterhalt notwendigen Tätigkeiten der der Realisierung eigener Zwecke hindert.“ (S. 32)

„Wenn die Lage von Menschen mit Behinderung maßgeblich durch ihre soziale Lage bestimmt ist, so sind Veränderungen im Umgang mit Menschen mit Behinderung auch vor dem Hintergrund der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu betrachten“ (S. 33).

„Auf diesem Hintergrund sollte es zu denken geben, wenn Menschen mit Behinderung oder die für die Interessen von Menschen mit Behinderung eintreten, auf die Nützlichkeit von Menschen mit Behinderung für die Gesellschaft verweisen. Damit machen sie sich einen Maßstab zueigen, der die eigene Existenzberechtigung an die Nützlichkeit für die Gesellschaft bindet. Nicht die Gesellschaft wird daran gemessen, in wieweit sie ihren Mitgliedern nützt, sondern es gilt als eine Selbstverständlichkeit, dass die Mitglieder der Gesellschaft für deren Zwecke da zu sein haben. Und wenn Menschen auf Grund ihrer physischen oder geistigen Verfasstheit sich nicht nützlich machen können und auf Unterstützung angewiesen sind, haben sie dann ihr Existenzrecht verloren?“ (S. 53)

Ebenso geht Suitbert Cechura auf den aktuellen gesellschaftlichen Rahmen ein und nennt einige Reformbeispiele der letzten Zeit (z.B. die Hartz-IV – Reformen) und ihre Ziele.

„Nicht nur durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters, sondern auch durch einen früheren Berufseintritt wird die Lebensarbeitszeit erhöht und damit unterstrichen, wozu die Bevölkerung da ist, nämlich durch ihre Arbeit den Reichtum der Nation zu mehren“ (S. 80).

„Schulische Inklusion ist somit nicht der Ausgangspunkt für die schulischen Reformen, wie vielfach dargestellt wird, sondern Bestandteil einer weit reichenden Bildungsreform“ (S. 81).

„Der Umbau des Sozialstaates und die Reform des Bildungswesens gehen nicht auf die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention zurück. Die bereits vor Jahren eingeleiteten Reformen firmieren inzwischen aber alle als Verwirklichung und Umsetzung der Inklusion.“ (ebd.)

„Wie Deutschland mit einer Konvention umgeht, hängt davon ab, wie diese der aktuellen Politik gelegen kommt oder auch nicht. So wie die UN-Behindertenrechtskonvention von der Politik und der Öffentlichkeit behandelt wird, ist sie offenbar sehr willkommen. Der Umbau des Sozialstaates steht damit nicht mehr im negativen Licht von Sparmaßnahmen, Ökonomisierungsvorhaben oder der Umsetzung einer neoliberalen Politik, sondern erhält nun das Gütesiegel, die Verwirklichung des Strebens von Menschen mit Behinderung nach Selbstständigkeit und Autonomie zu sein.“ (S. 82)

„Unter dem Titel der Inklusion sind die Reformen nun in der öffentlichen Diskussion die Verwirklichung eines langgehegten Strebens der Betroffenen“ (S. 83).

„Behindert sein betrifft Menschen ganz unterschiedlich, je nachdem, ob sie zur Elite der Gesellschaft mit entsprechenden Verbindungen und Einkommen gehören oder aber ob sie ihren Lebensunterhalt durch den Einsatz ihrer Arbeitskraft verdienen müssen“ (S. 84).

„Die Förderung von Menschen mit Behinderung zu tauglichen Arbeitskräften bereichert so das Reservoir auf dem Arbeitsmarkt, aus dem sich Arbeitgeber bedienen können“ (S.92).

Die Schule ist ein wichtiges Element, um Menschen beschäftigungsfähig zu machen. Diesem Bereich widmet sich Suitbert Cechura als nächstes.

„Ziel ist nicht die Ermittlung von Lernergebnissen und Beseitigung von Lerndefiziten, sondern die Ermittlung von Unterschieden, die die Kinder in überdurchschnittlich, durchschnittlich und unterdurchschnittlich schnell Lernende einteilt. […] Mittels Noten werden die Kinder selektiert auf die unterschiedlichen Bildungsgänge und damit auf die unterschiedlichen Ebenen der Berufshierarchie. […] Wenn ein Kind langsamer lernt und deshalb im Vergleich mit anderen schlechter abschneidet, ist es nach dieser Vorstellung eben weniger begabt und folgerichtig benötigt es nicht mehr Zeit oder mehr Unterweisung, sondern man wird ihm am besten gerecht, wenn es vom weiteren Lernen ausgeschlossen und von Überforderung verschont wird.“ (S.94f.)

„Der Gedanke der Inklusion in der Schule knüpft an an die Forderung nach Leistungsgerechtigkeit auch für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen. Damit deren Begabungen zum Tragen kommt, sollen ihnen Bedingungen geschaffen werden, damit im Leistungsvergleich nicht ihre Beeinträchtigung erfasst, sondern ihr Leistungsvermögen ermittelt wird.“ (S. 95)

„Mit Teilhabe hat die Politik nicht versprochen, dass damit alle Unterschiede aufgehoben sind, sondern dass Kinder mit Behinderungen sich den gleichen Anforderungen der Schule zu stellen haben, wie die anderen Kinder“ (S. 100).

„Studien wie PISA machen deutlich, dass die Politik die Schule als Mittel für die internationale Konkurrenz der Staaten um ihren wirtschaftlichen Erfolg behandelt und die Bildungspolitik den Schulen den Auftrag erteilt hat, ihre Schüler für diese Konkurrenz fit zu machen. […] Insofern ordnet sich die Inklusion von Schülern mit Behinderungen ein in die allgemeine Schulreform, die angesichts zurückgehender Schülerzahlen neu definiert, wo welche Schulen vonnöten sind.“ (S. 103)

„Der vielleicht berühmteste Satz des theoretischen Kommunismus – >>Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!<< – entspricht somit zugleich der Grundidee der Inklusion. […] Inklusion ist Kommunismus für die Schule.“ (S.109)

Anschließend beschäftigt sich Suitbert Cechura mit dem Arbeitsmarkt.

„Die Betriebe sind aber auch davon zu überzeugen, in Menschen mit Behinderungen nützliche Mitarbeiter zu entdecken. Angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen sollen Arbeitgeber in dem Teil der arbeitslosen Bevölkerung, die in der Vergangenheit abgeschrieben war, die Überwindung von Arbeitskräftemangel entdecken“ (S. 122).

Anschließend setzt sich Suitbert Chechura kritisch mit dem Konzept des persönlichen Budgets auseinander.

„Implizit wird damit kritisiert, dass bei der bisherigen Hilfegewährung zuviel darauf geschaut wurde, was Menschen mit Behinderungen nicht können, statt ihre Fähigkeiten ins Blickfeld zu rücken. Unterstellt ist damit, dass man diesen Menschen ein Zuviel an Leistungen hat zukommen lassen. Zukünftig sind die Menschen mit Behinderung gefordert, mehr Eigenleistung und Selbstständigkeit im Sinne von Selbstversorgung zu erbringen. Das ist der zweifelhafte Inhalt von einem größeren Maß an Unabhängigkeit und Autonomie.“ (S. 134)

„Damit Menschen mit Behinderung stärker für sich selber sorgen und am Leben dieser Gesellschaft teilhaben können, müssen allerdings noch Barrieren beseitigt werden, die die Politik nicht bei sich, sondern in der Gesellschaft verortet hat, weswegen zur Inklusion auch eine Öffentlichkeitskampagne gehört.“ (S. 165)

Eine dieser Maßnahmen ist der Nationale Aktionsplan, den due Bundesregierung zur Umsetzung von Inklusion beschlossen hat.

„Mit dem Versprechen an Menschen mit Behinderung, ihr Talent stärker in die Gesellschaft einbringen und sich vermehrt nützlich machen zu können, wird ihnen nicht ein besseres Leben, sondern die Chance in Aussicht gestellt, darum konkurrieren zu dürfen.“ (S. 167)

„Sind es nicht die Staaten selbst, die die Vereinbarung unterzeichnet haben, die mit ihrer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung überhaupt die Menschen unter Lebensverhältnisse gesetzt haben, die sie schutzbedürftig werden lässt? Und wer bedroht sie, sind die Bedrohungen nicht Resultat des Umstands, dass sie in dieser Wirtschaftsordnung darauf verwiesen sind, mit ihrer Arbeitskraft um einen Gelderwerb zu konkurrieren und in der sämtliche Lebensverhältnisse von der Verfügung über Geld bestimmt sind?“ (S. 168)

„Mit dem Bezug auf die UN-Behindertenrechtskonvention verspricht die Regierung ihre Bürger mit Behinderungen den gleichen Maßstäben zu unterwerfen wie ihre nichtbehinderten Bürgern – sie solle die gleichen Rechte haben, wobei diese den besonderen Bedingungen der Menschen mit Behinderung angepasst werden sollen. […] Durch die gleiche Rechtstellung wie sie auch anderen Bürgern zusteht, erhalten sie die Chance auf ein besseres Leben, ob aus dieser auch ein besseres Leben wird, ist dann die Leistung der Betroffenen und schließt Versagen ein, schließlich können nicht alle gewinnen. Im Prinzip ist es eine Absage an (vielleicht exkludierende?) Sonderbehandlungen und damit eine Absage an Rücksichtnahmen wegen körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen.“ (S. 168)

Wir – „Durch die Wahl dieses Personalpronomens verwischt die Regierung jeden Unterschied zwischen denen, die Gesetzte machen und denen, die den Gesetzten zu gehorchen haben. Das Ergebnis sollen aber alle gemeinsam verantworten und so bekommt ein freundliches oder unfreundliches Wort gegenüber einem Menschen mit Behinderung das gleiche Gewicht wie ein Gesetz, das die Höhe des Lebensunterhaltes im Rahmen der Grundsicherung festlegt.“ (S. 177)

Ebenso beleuchtet Suitbert Chechura die Rolle der Wissenschaft in der aktuellen Diskussion über Inklusion.

„Mit der Behauptung eines Paradigmenwechsels wird den Politikern unterstellt, sie folgten einem wissenschaftlichen Konzept. Demnach kalkulieren sie nicht ihre Haushaltsmittel, wie sie mit ihnen das Wirtschaftswachstum befördern können und wie sie anfallende Kosten z.B. für den Unterhalt von Menschen mit Behinderung minimieren, sondern hängen einer theoretischen Richtung an, die sie umsetzen.“ (S. 181)

„So leistet die Wissenschaft ihren Beitrag zur Überhöhung eines politischen Prozesses, der damit das Gütesiegel erhält, sich einem höherwertigen Menschheitsanliegen zu verdanken“ (S. 183).

„So wird die Konvention nicht darauf hin untersucht, welche Zwecke die unterzeichnenden Staaten damit verfolgen, sondern wird die Konvention konsequent dahingehend umgedeutet, dass sie ein Mittel für die Betroffenen zu sein hätte.“ (S. 205)

In seinem Resümee fasst Suitbert Cechura seine Auseinandersetzung mit dem Thema zusammen und kommt u.a. zu dem Schluss:

„Inklusion ist keine Erfindung der Politik, sondern wurde von Menschen mit Behinderung in die Welt gesetzt. Die Forderung ist eine nach Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung in der Konkurrenz um schulischen und beruflichen Erfolg. […] Mit der Forderung nach Chancengleichheit ist der Maßstab nicht ein besseres Leben, sondern die Möglichkeit danach streben zu dürfen. Die so Fordernden erweisen damit schon ihre Anerkennung gegenüber den Verhältnissen, in denen sich die Bürger als freie in der Welt von Geld und Eigentum bewähren müssen. An dieser Welt wollen sie teilhaben und sich in ihr beweisen.“ (S. 211f.)

„Mit der Inklusion unterstreicht der Staat, dass er nur die Voraussetzungen schafft, auf der die Bürger selber für ihr Auskommen sorgen sollen“ (S. 214).

Fazit

Die hier genannten Aspekte sind nur ein Auszug der vielen Punkte und Themen, die Suitbert Cechura in seinem Buch bespricht. Ich finde das Buch sehr ansprechend geschrieben, gut verständlich und es beinhaltet aus meiner Sicht viele interessante, nachdenkenswürdige und zu diskutierende Aspekte, Themen und Fragen. Das Buch bietet für die Diskussion über Inklusion einen guten kritischen Impuls, da es sich nicht um die Frage nach Ressourcen (materiell, finanziell, personell) bewegt, sondern den Anspruch hat grundsätzlich das Konzept von Inklusion und seine gesellschaftliche Verortung zu betrachten und zu hinterfragen. Ich kann das Buch (nicht nur) für alle die empfehlen, die auf dem Weg in Richtung Inklusion innehalten und nochmal auf das Thema schauen wollen. Eine kritische Auseinandersetzung kann dabei helfen, die eigene Position und Haltung zu reflektieren und zu schärfen. Das Buch von Suitbert Chechura kann dafür eine gute Anregung sein.

Informationen zum Buch:

Suitbert Cechura

Inklusion: Die Gleichbehandlung Ungleicher. Recht zur Teilhabe an der Konkurrenz

Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG Münster

2015

ISBN: 978-3-95645-479-0